Für den offenen Dialog zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen

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„Aufeinander zugehen“

Gehörlose Menschen werden mit ihrer Behinderung in der Öffentlichkeit nicht wirklich beachtet. Bei Fragen der Barrierefreiheit fallen Hindernisse, die sich gehbehinderten Menschen, Rollstuhlfahrern oder blinden Menschen in den Weg stellen, auch Menschen ohne Einschränkungen schnell auf. Die Probleme, die sich gehörlosen Menschen stellen, werden dagegen oft gar nicht erkannt oder ernst genommen. Rosa Reinhardt vertritt im Rat mit Ausdauer und Vehemenz deren Anliegen.

Wie kann sich zum Beispiel ein Mensch, der gehörlos ist, in einem steckengebliebenem Aufzug mit der Notrufzentrale verständigen? Die Antwort darauf heißt: Gar nicht! Erst langsam wird dieses Problem von den Aufzugsherstellern berücksichtigt. In manchen neuen Aufzügen gibt es Displays, auf denen GebärdendolmetscherInnen Bescheid geben können über Hilfemaßnahmen und deren Dauer. Doch nur die wenigsten Aufzüge sind damit ausgerüstet. Im Notfall ist der gehörlose Mensch völlig auf sich alleine gestellt. Und das gilt in vielen Situationen, wo über Lautsprecher aufmerksam gemacht oder gewarnt wird. Gehörlose Menschen erfahren davon nichts. Sie sind alleine gelassen, wenn man nicht auf ihnen zugeht, den Versuch macht, ihnen durch langsames Sprechen fürs Lippenlesen und durch Gebärden die Situation mitzuteilen und sie mitzunehmen.

Aufeinander zugehen, miteinander kommunizieren, dazu ruft Frau Reinhardt auf. Gehörlose Menschen einzubeziehen in ein alltägliches Miteinanderumgehen, das ist die soziale Teilhabe, die sie sich für gehörlose Menschen wünscht.

Über die Arbeit der Evangelisch-Lutherischen Gebärdensprachlichen Gemeinde in Bayern kann man sich bei egg-bayern.de informieren.

Über den Behindertenrat informiert behindertenrat-nuernberg.de

Das Interview mit Rosa Reinhardt:

Text und Interview: Harald Döbrich
Gebärden-Dolmetscherin: Sabrina Özalp
Aufnahme und Schnitt: Christian Distler

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