Für den offenen Dialog zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen

Man hört ja so einiges!

Früher war alles besser!?

Eine Glosse von Harald Döbrich

Gerade musste nicht lange nachdenken, dass früher vieles besser war. Jedenfalls ist seit dem 24.2. vieles so viel schlechter geworden, dass Du dich kaum traust, etwas über deinen kleinen Alltag zu schreiben. Aber den gibt es, all der großen Sorgen zum Trotz, auch noch.

Was mir seit einiger Zeit auffällt: Du hattest bis vor einigen Wochen zwei Möglichkeiten ins Bildungszentrum am Gewerbemseumsplatz einzutreten. Der Haupteingang mit seiner steilen Treppe stand Dir zur Verfügung – und war Dir die Treppe zu mühsam, gingst Du zum Nebeneingang. Der ist barrierefrei. Du drücktest auf einen Knopf, die Tür ging auf und du warst drin. Rollstuhlfahrer/innen, Gehbehinderte hatten und haben keine Wahl – ihnen bleibt nur der barrierefreie Eingang. Und sie konnten selbstbestimmt und selbständig Einlass finden.

Seit einiger Zeit ist der Zauberknopf vor dem Nebeneingang, der die Tür öffnete, verhängt. An der Tür, ein Schild “bitte klingeln”. Ja wie? Warum? Ist es nun ein Privileg, ins Gebäude vorgelassen zu werden. Braucht es eine Gesichtskontrolle? Eintritt durch diesen Nebeneingang nur noch für Berechtigte mit entsprechendem (Schwerbehinderten-) Ausweis? Ganz genau weiß man es noch nicht. Es sind Menschen, die Lasten trugen aber sonst gesund wirkten, schon abgewiesen worden. Sie sollen sich zum Haupteingang bequemen und ihre Sachen dort raufschleppen. Wegen der Sicherheit! Weil nicht nur das Bildungszentrum ansässig ist. Auch das Gesundheitsministerium hat hier seinen Sitz. Und da braucht es halt Kontrolle. Kontrolle über die, die kommen und gehen.

Der Zugang zur Bildung wird in unserer Gesellschaft nicht jedem leicht gemacht. So wird allgemein geklagt. Und seit Kurzem ist es auch ein wenig schwerer, Zugang zum Bildungszentrum zu finden.

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